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Unternehmer am Schreibtisch mit Laptop und Smartphone in einem hellen Büro

Wie Kunden Sie heute finden: Google, ChatGPT und das Telefon

Wer heute einen Dienstleister sucht, nimmt selten nur einen Weg. Er sucht bei Google, fragt ChatGPT nach einer Empfehlung, und manchmal hat vorher schon das Telefon geklingelt. Für Schweizer KMU heisst das: Gewählt wird, wer auf allen drei Wegen dasselbe klare Bild abgibt.

Von der Trefferliste zur Empfehlung

Google bleibt für viele Kunden der erste Ort, an dem sie nach Anbietern suchen. Neu ist, dass ein Teil dieser Suchen gar nicht mehr bei Google beginnt. Wer ChatGPT, Gemini oder Perplexity fragt «Wer bietet in der Schweiz B2B-Telefonakquise an?», bekommt keine Liste mit zehn Links, sondern zwei bis fünf Namen, oft mit einer kurzen Begründung. Das Marktforschungsunternehmen Gartner sagte schon im Februar 2024 voraus, dass die klassische Suche bis 2026 um ein Viertel schrumpft, weil Fragen zu KI-Assistenten wandern.

Für einen Anbieter ist das eine neue Lage. In der Trefferliste von Google kann man auf Platz sieben noch gefunden werden. In einer Antwort mit drei Namen ist man drin oder nicht.

Wie unterschiedlich das ausfällt, zeigen unsere Messungen bei Frascati. Wir stellen KI-Modellen mit Websuche dieselben Fragen, die Kunden stellen, und zählen, wie oft geprüfte Betriebe in den Antworten vorkommen. In sieben Branchenmessungen lag dieser Anteil zwischen 14,8 und 83,0 Prozent. Bei acht B2B-Zulieferern aus der Schweiz, Deutschland und Österreich waren es 67,4 Prozent. Regelmässig genannt zu werden, ist also möglich. Von selbst passiert es aber nicht.

Was eine KI braucht, um Sie zu empfehlen

KI-Assistenten mit Websuche lesen dasselbe Netz wie Google, sie fassen es nur zu einer Antwort zusammen. Empfohlen wird, wer auf vier Fragen eine klare und belegte Antwort liefert:

  • Was genau bieten Sie an, wo und für wen? Steht das auf Ihrer Website in einem Satz, den man zitieren kann, oder versteckt hinter Schlagworten? Eine eigene Seite je Leistung und je Zielbranche hilft, weil sie die Frage eines Kunden genau beantwortet.
  • Wer bestätigt das? Kundenstimmen, Fallstudien mit Zahlen und Bewertungen bei Google oder auf Plattformen wie Sortlist und Clutch zeigen, dass es Sie gibt und dass Ihre Kunden zufrieden sind.
  • Wo werden Sie sonst erwähnt? Einträge in Branchenverzeichnissen, Fachartikel und Berichte auf fremden Websites zählen mehr als jede Aussage auf der eigenen Seite.
  • Kann die Maschine Ihre Seite lesen? Eine schnelle Website, die Suchmaschinen vollständig lesen dürfen, mit klaren Angaben zu Firma, Adresse und Leistungen, wird eher als Quelle genommen.

Ein Beispiel von hier: Kontaktkompass, auf dessen Blog Sie diesen Beitrag lesen, liess im August 2026 von uns eine neue Website bauen, mit eigenen Seiten für Leistungen und Zielbranchen, mit Fallstudien und einem Redaktionssystem für diesen Blog. Gemessen wird mit zehn festen Fragen an drei KI-Systeme, jede dreimal gestellt. Vor dem Neubau kam Kontaktkompass in 49 Prozent der 90 Antworten vor, Ende Oktober in 94 Prozent. Gezählt werden Nennungen, nicht Anfragen, und drei Messungen sind noch keine lange Reihe. Die Richtung ist aber deutlich.

Warum das Telefon trotzdem nicht ausgedient hat

Sichtbarkeit bei Google und in KI-Antworten erreicht nur Menschen, die bereits suchen. Viele Entscheider haben noch gar nicht angefangen, obwohl sie ein Problem haben, das Sie lösen könnten. Diese Menschen erreichen Sie nur, wenn Sie auf sie zugehen, zum Beispiel mit einem gut vorbereiteten Anruf.

Beides greift ineinander. Wer angerufen wird und interessiert ist, schaut nach dem Gespräch oft nach: auf Ihrer Website, bei Google und immer öfter in ChatGPT. Findet er dort ein klares Bild, Kundenstimmen und Antworten auf seine Fragen, wird aus dem Gespräch ein Termin. Findet er wenig oder Widersprüchliches, verpufft auch der beste Anruf.

So greifen die drei Wege ineinander

  • Eine Botschaft: Was Sie am Telefon sagen, steht genauso auf der Website, im Google-Profil und auf den Plattformen. Widersprüche kosten Vertrauen, bei Menschen wie bei Maschinen.
  • Belege sammeln: Jeder zufriedene Kunde ist eine mögliche Bewertung oder Fallstudie. Fragen Sie direkt nach dem Projekt, dann ist die Erinnerung frisch.
  • Erwähnungen aufbauen: ein Eintrag in den wichtigen Verzeichnissen Ihrer Branche, ein Gastbeitrag, ein Bericht über ein Projekt. Jede Quelle ausserhalb Ihrer Website stärkt das Bild.
  • Messen statt raten: Wie oft Sie in KI-Antworten vorkommen, lässt sich zählen. Wer es jeden Monat misst, sieht, was wirkt.

So prüfen Sie in zehn Minuten, wo Sie stehen

  • Suchen Sie bei Google nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort, ohne Ihren Firmennamen, zum Beispiel «Telefonakquise Zug». Wo stehen Sie?
  • Stellen Sie ChatGPT, Gemini und Perplexity je drei Fragen, wie ein Kunde sie stellen würde, wieder ohne Ihren Namen. Notieren Sie, wer genannt wird.
  • Fragen Sie danach direkt: «Was weisst du über (Ihre Firma)?» Stimmen Angebot, Ort und Angaben?
  • Öffnen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil: Sind Adresse, Leistungen und Fotos aktuell, und wie viele Bewertungen haben Sie?
  • Lesen Sie Ihre Startseite wie ein Fremder: Versteht man im ersten Satz, was Sie tun und für wen?

Kommt Ihr Name in den Antworten nicht vor, ist das kein Urteil über Ihre Arbeit, sondern über Ihre Auffindbarkeit. Und die lässt sich verbessern.

Über den Autor: Fabiano Frascati ist Gründer und Geschäftsführer der Frascati GmbH in Allschwil bei Basel. Die Agentur baut Websites und sorgt dafür, dass Unternehmen bei Google gefunden und in den Antworten von ChatGPT, Gemini und Perplexity genannt werden. Ihre Messungen veröffentlicht sie mit Rohdaten. Mehr über Fabiano Frascati

Quellen: Gartner, Medienmitteilung vom 19. Februar 2024 (gartner.com). Frascati GmbH, Branchenmessungen vom 11. bis 13. September 2026 mit Rohdaten (frascati.ch/messungen). Kontaktkompass, Messreihe von Frascati vom 5. August (49 Prozent), 9. September (74 Prozent) und 28. Oktober 2026 (94 Prozent), je 90 Antworten von Perplexity, ChatGPT und Gemini.